Der Rekord ist eingetütet, der Titel fest im Blick

Bundesliga-Spitzenreiter beendet Hauptrunde mit der einmaligen Bilanz von 18 Siegen aus 18 Partien und fiebert schon dem Finale vor Heimkulisse entgegen

von: David Benedyczuk

Die Badminton-Spieler des 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim konnten das letzte Bundesliga-Wochenende im Grunde völlig unbeschwert angehen: Das Ticket für das Final-Four-Turnier um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft am 4. und 5. Mai in der heimischen Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle hatten sie vor den beiden abschließenden Partien längst in der Tasche. Dennoch ließen sich die Badminton-Asse des BCB auch im Endspurt vom zuvor eingeschlagenen Weg nicht abbringen - und nehmen nach den beiden Auftritten zu Hause gegen den 1. BC Beuel und auswärts beim 1. BV Mülheim ein Rekordergebnis mit, das wohlmöglich für lange Zeit bestehen wird.  

Dem umkämpften 4:3-Erfolg am Samstag im letzten Heimspiel gegen den Tabellenzweiten aus Bonn ließ Saarbrücken-Bischmisheim am Sonntag einen 5:2-Sieg bei den drittplatzierten Mülheimern folgen und beendet die Bundesliga-Hauptrunde mit einer beeindruckenden Bilanz von 18 Siegen aus 18 Begegnungen. "Wir sind mit unserer Saison natürlich mega happy. Besser konnte es einfach nicht laufen", sagte Peter Käsbauer, nachdem sein Team das Novum unter Dach und Fach gebracht hatte. Eine Woche nach seinem 30. Geburtstag sorgte er am Samstag gegen Beuel an der Seite von Doppelpartner Marvin Seidel für den entscheidenden Durchbruch zum Heimsieg. Die BCB-Paarung rang das Bonner Duo Akshay Dewalkar und Daniel Hess in fünf hart umkämpften Durchgängen 11:5, 11:13, 13:11, 10:12 und 13:11 nieder und brachte die Gastgeber mit 3:0 in Führung. Zuvor hatten Michael Fuchs und Johannes Schöttler ihren langjährigen Bischmisheimer Weggefährten Marc Zwiebler an der Seite des Deutschen Einzelmeisters Max Weißkirchen ebenso in vier Sätzen (11:7, 11:7, 6:11, 11:7) bezwungen wie Isabel Herttrich und Olga Konon die Gäste-Paarung Lisa Kaminski/Hannah Pohl im Damendoppel (13:11, 11:7, 9:11, 11:4).

Den entscheidenden vierten Punkt sicherten dem BCB schließlich Konon und Seidel mit ihrem 9:11, 11:6, 11:7, 11:6 im Mixed über Dewalkar/Pohl. Somit konnten es die Gastgeber am Ende auch verschmerzen, dass Bonn in den Einzeln doch deutliche Vorteile hatte. In Abwesenheit von Fabian Roth, der sich laut Käsbauer auf einem guten Weg befindet, um dann im Finalturnier wieder mit dabei zu sein, gab es für Saarbrücken-Bischmisheim wenig zu bestellen. Luka Wraber blieb bei seiner Dreisatzniederlage gegen Zwiebler ebenso chancenlos wie Dieter Domke im Duell mit dem deutschen Champion Weißkirchen, der sich ebenfalls glatt behauptete. Natalia Perminova kämpfte sich gegen die künftige BCB-Akteurin Luise Heim nach 1:2-Satzrückstand zwar nochmal zurück, nach dem 12:10 im vierten Satz bekam die Russin gegen die Deutsche Einzelmeisterin der beiden Vorjahre aber überhaupt keinen Stich mehr und bekam mit 0:11 die Höchststrafe verpasst. 

Umso bemerkenswerter war es, dass Perminova tags darauf in Mülheim in einer nervenaufreibenden Partie gegen die Niederländerin Gayle Maluhette mit 12:10, 12:10 und 15:14 den Punkt zum Sieg und damit zur Rekordsaison sicherte. Am Ende hieß es beim Tabellendritten 5:2 zugunsten der Gäste aus dem Saarland. Die Herrendoppel Seidel und Ruben Jille sowie Domke/Fuchs hielten sich genauso schadlos wie das Damendoppel um Konon und Herttrich. Letztere gewann mit Seidel zudem in einer engen Partie gegen Mülheims Johanna Goliszewski und Robin Tabeling mit 12:10, 9:11, 13:11, 11:8.   

Durch den 18. Sieg im 18. Spiel verhinderte der BCB nebenbei ein Vorrücken des 1. BV Mülheim auf Rang zwei, womit klar ist, dass er erst in einem möglichen Meisterschaftsfinale auf den ebenfalls direkt fürs Final Four qualifizierten 1. BC Beuel treffen kann. Laut Käsbauer nicht unbedingt ein Nachteil: "Aufgrund der Konstellation in den Einzeln liegt ins Bonn dann doch etwas weniger. Von daher ist es nicht schlecht, dass wir ihnen zumindest im Halbfinale aus dem Weg gehen. Wer uns dort erwartet, ist letztlich egal", so Käsbauer. Das Ziel nach dieser phänomenalen regulären Saison ist ohnehin klar: Anfang Mai soll in eigener Halle der achte Meistertitel her: "Die Saison ohne Niederlage ist gut und schön, aber im Endeffekt nichts wert. Wir müssen jetzt den Fokus auf das Endturnier richten - wir sind erst zufrieden, wenn wir auch das letzte Spiel gewonnen haben", betont Käsbauer. Man werde die Zeit bis zum "Finale dahemm" entsprechend nutzen, um Anfang Mai bestens vorbereitet auf Titeljagd zu gehen. dbe

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